Seit einigen Monaten spricht die Mainstream-Presse über eine neue Musikerin, die auch nicht mit Tabubrüchen geizt. Sei es zunächst einmal der Name – Lady Gaga. “Gaga” impliziert eine Art Zurückgebliebenheit, dieses “Wort” wird häufig im Zusammenhang mit Kindern verwendet und daher auch unmittelbar mit Babies und der Unfähigkeit zu Sprechen verbunden. Gleichzeitig gibt es in den Boulevardmedien eine Diskussion um das Geschlecht der Künstlerin – ist sie wirklich weiblich, oder vielleicht ein Zwitter oder sogar ein Mann? Eine klare Antwort auf diese Fragen gibt es nicht – eine Moderatorin von MTViva (Collien Fernandes) wurde jüngst sogar von einer Pressekonferenz ausgeschlossen, als sie diese Frage stellte. Zusätzlich sorgt Lady Gaga auch mit ihren gewagten und extravaganten Outfits für Schlagzeilen.
Zunächst betätigte sich Lady Gaga als Songwriterin (u.a. für die Pussycat Dolls), bevor sie im Jahr 2008 schließlich ein eigenes Album veröffentlichte. Ihre Single Pokerface aus dem Jahr 2008 hat sich weltweit mehr als 8 Millionen Mal verkauft und erhielt vier mal Platin und 8 mal Gold. In Deutschland erhielten sowohl die Single Pokerface, als auch das Album The Fame Gold. Musikalisch ist der Song dem Massengeschmack angepasst und nicht unbedingt anspruchsvoll, dafür aber – bedingt durch den Beat – einfach Tanzbar und daher in Clubs gut einsetzbar. Erinnert meiner Meinung nach stark an die Dancefloor-Geschichten aus den Neunzigern… nur irgendwie schlechter. Daher stellt sich die Frage: Hätte dieser Song ohne die zugehörige Publicity ebenso viel Erfolg gehabt? Oder haben die diversen Tabubrüchen ihren Teil dazu beigetragen?
Bei den jüngsten M-TV Video Music Awards wollte Lady Gaga sogar mit einem Löwen über den roten Teppich flanieren, um sämtlichen anderen Stars die Show zu stehlen. Das wurde ihr verboten, aber dennoch ließ es sich die Sängerin nicht nehmen aufzufallen und performte ihren neuen Song Paparazzi mit Kunstblut, das ihr aus dem Oberteil floß und sich über den gesamten Oberkörper ergoss – ein Auftritt den man sonst eher dem Metalgenre zuschreiben würde. Insgesamt ist das ganze aber wohl viel Lärm um nichts: Musikalisch bleibt nicht viel hängen. Die Künstlerin selbst hat auch nicht viel zu bieten – außer grellen Outfits und Skandalen. Aber die scheinen sich zumindest auszuzahlen.

Leave a comment