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Archive for September, 2009

Rammsteinvideo zensiert? – Provokation wirkt!

29 September 2009 | 1 Comment » | Andreas Meier

Wer derzeit auf der Suche nach dem aktuellen Rammsteinvideo Pussy ist, wird teilweise enttäuscht. Derzeit ist das Video nicht nur aus dem deutschsprachigen Netz verschwunden, ist über den bekannten “offiziellen” Link bei X-Visit nicht mehr erreichbar, sondern laut shortnews auch von ausländischen Servern verschwunden.  Stattdessen erhält der Nutzer folgende Meldung:

Diese Seite ist vorübergehend aus rechtlichen Gründen aus Deinem Land nicht mehr abrufbar. Das Rammstein-Video “Pussy” werden wir voraussichtlich ab Mittwochvormittag wieder zeigen können…

Über die Hintergründe dazu ist auf der Seite nichts weiteres zu finden. Es wird jedoch spekuliert, dass es sich um einen Fall von Zensur und “Netzsperren in Aktion” handelt. Ein wirksamer Jugendschutz könnte nämlich bei Visit-X durch verschiedene Altersverifizierungssysteme sichergestellt werden.

Gleichzeitig erreicht uns die Nachricht, dass die Provokation von Rammstein offenbar wirkt. Die neue Single steigt von Platz 0 auf 1 in die deutschen Singlecharts ein. Damit ist Pussy, die erste Rammstein-Single überhaupt, die bis an die Spitze der Charts klettern konnte – und dazu gleich von 0 auf 1 eingestiegen ist.

Und Rammstein sind mit ihrer Provokation noch lange nicht am Ende. Das langerwartete Album Liebe ist für alle da, wird es aller Voraussicht nach auch in einer besonderen Deluxeedition mit sechs Dildos, Gleitgel, und Handschellen geben. Das ganze zum Preis von ca. 180 Euro.

News: Carlo Cokxxx Nutten 2

21 September 2009 | No Comments » | Andreas Meier

Ganz frisch eingetroffen: Die neuen Media Control Charts. Bushido und Fler starten unter den Pseudonymen Sonny Black und Frank White mit ihrem Album Carlo Cokxxx Nutten 2 durch: Von 0 auf 3 in die offiziellen Albumcharts. Kitty Kats Album Miyo fällt nach einem starken Platz in der Vorwoche bereits in dieser Woche auf Platz 94 zurück – vielleicht haben sich bei ihr die Tabubrüche dann doch nicht so ausgezahlt wie erhofft.

Lady Gaga

20 September 2009 | No Comments » | Andreas Meier

Seit einigen Monaten spricht die Mainstream-Presse über eine neue Musikerin, die auch nicht mit Tabubrüchen geizt. Sei es zunächst einmal der Name – Lady Gaga. “Gaga” impliziert eine Art Zurückgebliebenheit, dieses “Wort” wird häufig im Zusammenhang mit Kindern verwendet und daher auch unmittelbar mit Babies und der Unfähigkeit zu Sprechen verbunden. Gleichzeitig gibt es in den Boulevardmedien eine Diskussion um das Geschlecht der Künstlerin – ist sie wirklich weiblich, oder vielleicht ein Zwitter oder sogar ein Mann? Eine klare Antwort auf diese Fragen gibt es nicht – eine Moderatorin von MTViva (Collien Fernandes) wurde jüngst sogar von einer Pressekonferenz ausgeschlossen, als sie diese Frage stellte. Zusätzlich sorgt Lady Gaga auch mit ihren gewagten und extravaganten Outfits für Schlagzeilen.

Zunächst betätigte sich Lady Gaga als Songwriterin (u.a. für die Pussycat Dolls), bevor sie im Jahr 2008 schließlich ein eigenes Album veröffentlichte. Ihre Single Pokerface aus dem Jahr 2008 hat sich weltweit mehr als 8 Millionen Mal verkauft und erhielt vier mal Platin und 8 mal Gold. In Deutschland erhielten sowohl die Single Pokerface, als auch das Album The Fame Gold. Musikalisch ist der Song dem Massengeschmack angepasst und nicht unbedingt anspruchsvoll, dafür aber – bedingt durch den Beat – einfach Tanzbar und daher in Clubs gut einsetzbar. Erinnert meiner Meinung nach stark an die Dancefloor-Geschichten aus den Neunzigern… nur irgendwie schlechter. Daher stellt sich die Frage: Hätte dieser Song ohne die zugehörige Publicity ebenso viel Erfolg gehabt? Oder haben die diversen Tabubrüchen ihren Teil dazu beigetragen?

Bei den jüngsten M-TV Video Music Awards wollte Lady Gaga sogar mit einem Löwen über den roten Teppich flanieren, um sämtlichen anderen Stars die Show zu stehlen. Das wurde ihr verboten, aber dennoch ließ es sich die Sängerin nicht nehmen aufzufallen und performte ihren neuen Song Paparazzi mit Kunstblut, das ihr aus dem Oberteil floß und sich über den gesamten Oberkörper ergoss – ein Auftritt den man sonst eher dem Metalgenre zuschreiben würde. Insgesamt ist das ganze aber wohl viel Lärm um nichts: Musikalisch bleibt nicht viel hängen. Die Künstlerin selbst hat auch nicht viel zu bieten – außer grellen Outfits und Skandalen. Aber die scheinen sich zumindest auszuzahlen.

Rammstein – Pussy

19 September 2009 | 3 Comments » | Andreas Meier

Nach vier Jahren melden sich Rammstein wieder mit neuen Studioarbeiten zurück. Seit einigen Tagen sorgt die deutsche Hardrockcombo wieder für Schlagzeilen. Das Video zu ihrer gestern erschienenen Single Pussy ist in der letzten Minute ein 100-prozentiger Porno und daher auch erst ab 18 Jahren zugänglich. Zuvor ist das Video zwar anzüglich, aber so etwas kriegt man heutzutage auf MTViva ja auch schon im Nachmittagsprogramm geboten. Rammstein legen in der letzten Minute des Videos wirklich los und zeigen den Geschlechtsverkehr unzensiert. Damit sind sie allerdings auch nicht die ersten, die ein Porno(musik)video drehen – aber vielleicht mit die ersten, die ein solch großes Medienecho erreichen.

Der Titel ist provokant gewählt. Der Text ist ebenso provokant (“You’ve got a pussy, I have a dick, so what’s the problem? Let’s do it quick“), der Sound typisch Rammstein – der Text allerdings erstmals wieder in Englisch (und Deutsch)  – und das Video dazu ebenso provokant und keinesfalls für das Programm von MTViva geeignet. Sollte die Single es allerdings auf die entsprechenden Chartplätze schaffen, so wird  wohl damit zu rechnen sein, dass es entweder eine zensierte Version oder aber, wie bei Keine Amnestie für MTV von den Böhsen Onkelz, ein von den Sendern selbst erstelltes Video geben wird.

Inwieweit sich diese Provokation für Rammstein auszahlt bleibt abzuwarten. Vielleicht ist dies doch ein bisschen zuviel des Guten. Tape.tv fragt daher: “Wie weit muss oder darf Provokation eigentlich gehen? Bedeutet Kunst, dass man reflexartig mit jeder Konvention brechen muss? Und wenn ja, welche felder blieben Rammstein dann noch, um ihre Videos mit Leben zu füllen?” Rammstein sorgen für den typischen Tabubruch. Und Sebastian von Biotechpunk.de schreibt: “Auffallen, Provozieren, Diskussionen auslösen. Seien es Riefenstahlvideos oder eben nun ein kleiner Porno.” So sieht es aus, denn – und das muss man ihnen lassen – für Schlagzeilen haben sie gesorgt und damit eine erhöhte Aufmerksamkeit für das kommende Album namens Liebe ist für alle da, das am 16. Oktober erscheinen wird, generiert.