Eine neue Studie1 weißt den Fans unterschiedlicher Musikgenres verschiedene Charaktereigenschaften zu. Dies werde dadurch möglich, dass man über Musik versuche sich selbst darzustellen und eine bestimmte Botschaft nach außen zu tragen. Damit stützt diese neue Studie auf gewisse Weise Hypothese “Individualität”2.
Jason Rentfrow, Leiter der Studie, sagte dazu der englischen Zeitung Daily Telegraph: “”This research suggests that, even though our assumptions may not be accurate, we get a very strong impression about someone when we ask them what music they like.”3. Aus diesem Grund liegt die Vermutung nahe, dass die Musikauswahl durchaus auch als Ausdruck der Persönlichkeit nicht nur genutzt, sondern unter Umständen auch missbraucht werden kann. Wenn man nun offen zugibt, eine bestimmte Art von Musik – beispielsweise tabubrechende Stücke aus den Metal- oder HipHop-Genres – gibt man eine klare Aussage ab. Eine bewusste Weitergabe / Zurückhaltung von Informationen über den eigenen Musikgeschmack kann somit als eine Art Manipulation verstanden werden. Dadurch kann man beispielsweise eine provokante Aussage abgegeben, um sich als Individuum darzustellen.
Die Studie sagte dabei aus, dass “Rock-Fans zum Beispiel für Rebellen und künstlerisch aber für emotional instabil gehalten”4 werden, während Hörer von klassischer Musik als sympathisch und intellektuell gelten, dabei aber als unattrativ und langweilig wahrgenommen werden. Fans von Jazz sollen laut Studie freundlich aber wenig verantwortungsbewusst sein. HipHop-Hörer werden als energetisch und athletisch angesehen, aber gleichzeitig als feindselig wahrgenommen.5
Literaturhinweise
[1] Matyszczyk, C. (2009), What your iPod playlist says about you, In: URL:
http://news.cnet.com/8301-17852_3-10315679-71.html, CNet.com (Hrsg.).
[2] Meier, A. (2009), Tabubrüche in der Musik, Münster, 2009, S. 62.
[3] Singh, A. (2009), You are what you listen to, says new study of music lovers, In: URL: http://www.telegraph.co.uk/science/science-news/6067389/You-are-what-you-listen-to-says-new-study-of-music-lovers.html.
[4] o. V. (2009), Jazz-Fans gelten als verantwortungslos, In: URL: http://www.dnews.de/wissenschaft/100431/jazz-fans-gelten-als-verantwortungslos.html.
[5] vgl. o. V. (2009), Jazz-Fans gelten als verantwortungslos, In: URL: http://www.dnews.de/wissenschaft/100431/jazz-fans-gelten-als-verantwortungslos.html.
