Nachdem Kitty Kat bereits mit mehreren Gastauftritten u.a. bei Sido von sich reden machte, kommt die Berlinerin – mit bürgerlichem Namen Katharina Löwel - in Kürze auch mit ihrem eigenen Soloalbum auf den Markt. Der deutsche Hip Hop wird wieder um einen Skandal reicher. Als erstes lässt sich das Stück “Bitchfresse” auf YouTube inklusive Video begutachten. Und ja, textlich macht Kitty Kat da weiter, wo sie bereits mit Sido angefangen hatte. Beim Thema Sex. Und sicherlich auch hier mit diskussionswürdigen Texten.
Musikalisch ist das Stück sicherlich nicht besonders anspruchsvoll… ein Beat, der auch nicht unbedingt ins Ohr, sondern eher gemütlich im Hintergrund vor sich hindudelt. Der Text hingegen hat es in sich und wäre vor gut 25 Jahren mit Sicherheit ein Fall für die Bundesprüfstelle gewesen. Heute ist alles etwas lockerer geworden, daher sicherlich auch hier kein Eingreifen zu erwarten. Dennoch, Kitty Kat spielt eindeutig mit dem Image sich als weibliche Rapperin in einem harten, männerdominierten Genre zu behaupten. Bei diesem Song ist mit King Kool Savas auch ein alter Bekannter mit im Boot. Es ist also alles im Paket, um mit geeigneter Promo direkt bei MTViva durchzustarten – bei Youtube wurde das Video am ersten Tag bereits 40.000 mal abgerufen[1].
Kitty Kat vermischt geschickt die beiden gängigen Hip Hop Klischees: Gangster und Sexismus. Ein kurzer Blick auf die Lyrics: “Dumme Schlampen wissen: Fick nicht mit Kat / Typen wollen ne Lady, doch ‘ne Bitch in ihrem Bett / Aha, ne Diva, die weiß wie man abzieht, weiß wie man abzieht – eiskalt / Ich weiß, du willst Sex. Ich weiß, du willst Kat oder Kopf – wie auch immer / Er kauft mir Dinner. Ich geh mit ihm aufs Zimmer / Ziel auf seinen Dick und sag ‘Gib mir meinen Shit’ / Du wirst gebumst, aber nur von meinen Jungs / wobei wir da schon sind, los auf mit deinem Mund / Ich bin ‘ne Frau, aber wäre ich’n Mann, würd’ ich dir jetzt sagen alta ‘lutsch mein’ Schwanz’!”
Dennoch vertritt Kat in einem Interview[2] die Meinung, dass das übertrieben sexistische Weltbild, das von vielen männlichen Hip Hoppern vertreten wird, nicht in Ordnung ist: “Es gibt da draußen viele kleine Mädels, die jemanden brauchen, bei dem sie sich etwas abgucken können. Es gab für eine sehr lange Zeit nur die ganzen Jungs mit den Weibern in ihren Videoclips, die mit ihren Ärschen wackeln. Leider nehmen das viele kleine Mädels an und denken, dass wäre ja alles so cool. Die rennen dann schon mit neun Jahren mit Tanga rum. Das ist traurig. Ich bin ganz klar dafür, dass die Mädels viel selbstbewusster auftreten und sich nicht alles bieten lassen. Ich bin keine Bitch nur weil ich eine Frau bin. Mit dem Vorbild sein ist das so eine Sache. Ich habe selbst auch viel Mist gebaut und kann ihnen nicht erzählen, was sie tun oder lassen sollen. Aber dennoch sollten sie selbstbewusst sein und sich nicht so leicht hergeben.” Klingt doch anders, als die Songtexte selbst.
Ungeachtet dessen bleibt es dabei: Mit den Texten und den bisherigen Gastauftritten von Kitty Kat, hat sich die Rapperin bereits einen Namen und einen Ruf innerhalb der Szene erarbeitet. Diesen gilt es jetzt zu bedienen. Wenn ab 28. August das komplette Album namens “Miyo!”
erscheint, wissen wir mit Sicherheit mehr – die Single “Braves Mädchen” kommt bereits am 21. August in die Läden. Die Entwicklung werden wir auf jeden Fall weiter verfolgen.
Quellenangaben:
[1] http://www.berlinista.com/de/artikel/berlinerin-kitty-kat-mit-debuet-miyo/8097
[2] http://hiphopnewskoeln.wordpress.com/2009/07/04/kitty-kat-riesen-interview-hhde/
Weiterführende Links:
Offizielle Homepage von Kitty Kat
Kitty Kat bei MySpace
“Miyo!” bei Amazon.de
